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Im Sommer bekommt fast jede Adresse Sonne. Der Unterschied zeigt sich zwischen November und Februar — und dort ist er gewaltig.
In Zürich steht die Sonne am 21. Juni mittags 66,1 Grad hoch, am 21. Dezember nur noch 19,2 Grad. Derselbe Baum, dasselbe Nachbarhaus wirft dadurch einen ganz anderen Schatten:
| Hindernis | Schatten am 21. Juni | Schatten am 21. Dezember |
|---|---|---|
| Hecke, 2 m | 0,9 m | 5,7 m |
| Einfamilienhaus, 8 m | 3,5 m | 23,0 m |
| Mehrfamilienhaus, 15 m | 6,6 m | 43,1 m |
| Ausgewachsene Buche, 25 m | 11,1 m | 71,8 m |
Zehn Adressen, an einem einzigen Tag gemessen — die Spannweite ist grösser, als die meisten erwarten:
| Adresse | besonnt am 21. Dezember |
|---|---|
| Winterthur Marktgasse 25 | 0 h 00 min |
| Chur Poststrasse 10 | 0 h 00 min |
| Basel Marktplatz 9 | 0 h 25 min |
| Zug Postplatz 1 | 0 h 50 min |
| St. Gallen Gallusstrasse 10 | 1 h 00 min |
| Zürich Bahnhofstrasse 1 | 2 h 25 min |
| Luzern Schwanenplatz 4 | 2 h 40 min |
| Lugano Piazza della Riforma 1 | 3 h 10 min |
| Bern Bundesgasse 3 | 5 h 40 min |
| Genf Quai du Mont-Blanc 1 | 7 h 00 min |
Zwei von zehn bekommen gar keine direkte Sonne — eine schmale Altstadtgasse in Winterthur und eine Adresse im Talboden von Chur. Gerechnet für ein Fenster im Erdgeschoss, das eigene Gebäude ausgeblendet, mit den Bergen bis 30 km und kahlen Laubbäumen.
Weil die Sonne tiefer steht. In Zürich erreicht sie am 21. Dezember 19,2 Grad statt 66,1 Grad im Juni — ein zehn Meter hohes Haus wirft dadurch 28,7 statt 4,4 Meter Schatten.
Zwischen November und Februar zeigt sich, was im Sommer nicht auffällt. Wer im Juli besichtigt, sieht die ungünstigste Jahreszeit gar nicht.
Ja, an engen Gassen, an Nordfassaden und in tiefen Tälern. Von zehn gemessenen Schweizer Stadtadressen bekommt ein Fenster im Erdgeschoss am 21. Dezember an zwei überhaupt keine direkte Sonne: in einer schmalen Altstadtgasse in Winterthur und im Talboden von Chur. Weiter oben ändert sich das: in Winterthur im vierten Stock 1 h 25 min, auf Dachhöhe 7 h 35 min.
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